Einkauf gewinnt an strategischer Bedeutung - FoFamU lud ein zum „Unternehmerdialog“

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„Chefsache Einkauf“ lautete der treffende Titel des Fachvortrags, der im Mittelpunkt einer weiteren Veranstaltung der Reihe „Unternehmer-Dialog“ stand. Ausgerichtet wurde diese von der Forschungsstelle für Familienunternehmen der Universität Bayreuth (FoFamU) in Kooperation mit der Betriebswirtschaftlichen Forschungsstelle für den Mittelstand BF/M. Rund 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich am 5. Juli 2016 bei der vfm Versicherungs- & Finanzmanagement GmbH der Familie Liebig in Pegnitz.

Die Forschungsstelle für Familienunternehmen ist ein Zusammenschluss von 24 Lehrstühlen der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächer. „Wir haben damit einen Know-How-Pool aufgebaut, der allen hilft, die Fragen zu Familienunternehmen haben“, so Dr. Michael Hohl von der FoFamU. Mit zahlreichen Veranstaltungen in der Region suche man den direkten Kontakt zur mittelständischen Wirtschaft, um diese bestmöglich unterstützen zu können.

 

Immer mehr Wertschöpfung fremdvergeben
Teil der Arbeit der FoFamU ist die Reihe „Unternehmerdialog“. In Pegnitz stand das Thema Einkauf im Mittelpunkt, mit dem sich Prof. Dr. Jörg Schlüchtermann von der Uni Bayreuth in seinem Vortrag beschäftigte. Der Inhaber des Lehrstuhls für Produktionswirtschaft und Industriebetriebslehre erläuterte, wie sich mit strategischen Konzepten nachhaltige Wettbewerbsvorteile erzielen lassen.

Der Einkauf habe in den vergangenen 20 Jahren branchenübergreifend stark an strategischer Bedeutung gewonnen, so Schlüchtermann. Unternehmen konzentrierten sich immer häufiger auf ihre Kernkompetenzen und erhöhten den Anteil fremdbezogener Güter und Dienstleistungen kontinuierlich. Nicht selten werde bereits heute eine Quote von 50 bis 70 Prozent an fremdvergebener Wertschöpfung erreicht.

Dies steigere zum einen die Bedeutung des Beschaffungsmanagements in den Unternehmen. Zum anderen werde das Tätigkeitsspektrum von Entscheidungsträgern kontinuierlich anspruchsvoller. Schlüchtermann hält daher eine akademisch fundierte Aus- und Weiterbildung für die Spezialfunktion Einkauf für hilfreich und wünschenswert. Er verwies in diesem Zusammenhang auf das Intensiv-Seminar „Einkaufsmanager“ der Campus-Akademie der Universität Bayreuth. 

Ein Beispiel für Familienunternehmen in der Praxis lieferte Klaus Liebig, Geschäftsführer der vfm Versicherungs- & Finanzmanagement GmbH und Gastgeber des Abends. Sein Betrieb, Familienunternehmen in zweiter Generation, wurde 1971 gegründete und ist heute eine an drei Standorten operierende Firmengruppe mit rund 80 Mitarbeitern und einen Umsatz von mehr als 25 Millionen Euro im Kalenderjahr 2015. Das Unternehmen hat sich laut Liebig als unabhängiger Makler im versicherungs- und Finanzmarkt etabliert und bietet wertvolle Service-Leistungen für andere unabhängige Vermittler an. Man lege größten Wert auf eine gute Reputation sowie eine hohe Kundenzufriedenheit in einem stark wettbewerbsgeprägten Marktumfeld.

Klaus Liebig, Geschäftsführer der vfm Versicherungs- & Finanzmanagement GmbH; Prof. Dr. Jörg Schlüchtermann, Lehrstuhlinhaber an der Universität Bayreuth; Dr. Michael Hohl, Geschäftsführer der FoFamU (v.l.n.r.)

 
Öffentliches Symposium Anfang Oktober

„Wir freuen uns darüber, wie gut der Abend in Pegnitz ankam“, sagt Hohl. Für ihn sei das die Bestätigung für die Richtigkeit des Konzepts der FoFamU, die großen Wert auf die Bildung von Netzwerken lege. Und das nächste größere Event ist bereits geplant: So wird es am 6. und 7. Oktober dieses Jahres an der Universität Bayreuth ein öffentliches Symposium zum Thema „Sicherung des Einflusses der Familie in Familienunternehmen“ geben. Anmeldungen sind unter Tel. 0921 55-4692 oder via E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich.

 

Das Bild zeigt (v.l.n.r.): Klaus Liebig, Geschäftsführer der vfm Versicherungs- & Finanzmanagement GmbH; Prof. Dr. Jörg Schlüchtermann, Lehrstuhlinhaber an der Universität Bayreuth; Dr. Michael Hohl, Geschäftsführer der FoFamU

 

 

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