Unternehmernachfolge in Oberfranken - FoFamU lud zum Unternehmerdialog ein

Drucken

Der Unternehmer-Dialog am 15. November bildete den erfolgreichen Abschluss der Unternehmer-Dialog-Reihe des Jahres 2016. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die aktuelle Studie der FoFamU zum Thema „Unternehmernachfolge in Oberfranken“. Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich bei der Frenzelit Werke GmbH in Bad Berneck.

Die Frenzelit Werke GmbH ist ein seit mehr als 130 Jahren bestehendes Familienunternehmen. Neben den Werken in Bad Berneck und Himmelkron hat sie Töchter in den USA, Indien, China, Dubai, Tschechien und Russland. Das weltweit agierende Unternehmen bewegt sich in fünf Geschäftsbereichen – Dichtungen, Technische Textilien, Kompensatoren, Isolationen und Neue Materialien. Der Slogan von Frenzelit „In der Industrie zuhause“, spiegelt den breiten Einsatzbereich des Unternehmens wieder. Denn es gibt kaum einen industriellen Bereich, indem die Produkte der Frenzelit Werke GmbH nicht zu finden sind. Frenzelit beschäftigt aktuell weltweit etwa 480 Mitarbeiter.

Professor Daniel Baier, Mitglied des Direktoriums der FoFamU und Inhaber des Lehrstuhls für Innovations- und Dialogmarketing, präsentierte im Anschluss an die Firmenpräsentation den aktuellen Stand der Machbarkeitsstudie „Unternehmernachfolge in Oberfranken“.

Gemeinsam mit seinem Team untersucht Professor Baier die aktuelle Situation der Unternehmensnachfolge in Oberfranken. Die Studie wurde zunächst in drei Teilbereiche gegliedert: Bestands - & Bedarfsanalyse, Unterstützungsmöglichkeiten in der Region und die anschließende Diskussion über Verbesserungsmöglichkeiten.

Für den Raum Oberfranken wurde ermittelt, dass in den nächsten Jahren 1751 übernahmewürdige und übergabereife Unternehmer eine Nachfolge für das Unternehmen suchen müssen. Einige von ihnen suchen hierbei nach einer externen Nachfolge. Der Hauptgrund hierfür, besteht darin, dass die eigenen Kinder oftmals Desinteresse an der Übernahme des Unternehmens haben oder die notwendigen Fähigkeiten nicht erworben haben. Unternehmer sehen sich daher dazu gezwungen, Nachfolger außerhalb der Familie zu suchen. Dafür dienen sich „Unternehmerbörsen“ an, die aber gemessen an der Sensibilität des Sachverhalts zu wenig Vertrauenspotential genießen. „Es ist immanent wichtig, dass die Unternehmer in der Sensibilisierungsphase von verschiedenen Akteuren begleitet werden“, so Baier. Als sehr gutes Beispiel wird der IHK Nachfolger-Club dargestellt. Hier werden qualifizierte Nachfolger und Seniorchefs in einem angemessenen und diskreten Umfeld zusammengebracht. Haben sich geeignete Partner gefunden, gibt es weitere Problematiken, wie die Verhandlungen über den Kaufpreis, zum anderen aber auch das „Loslassen“ der Seniorchefs. Aus diesem Grund besteht immer noch deutlicher Verbesserungsbedarf in der Unterstützung der Unternehmen in der Nachfolgefrage.

In der nachfolgenden Diskussionsrunde wurden von den Teilnehmern die Eindrücke der Studie diskutiert. Dabei wurden vor allem die Möglichkeiten einer Erfolgskontrolle nach Übergabe erörtert. Die Machbarkeitsstudie wird aktuell finalisiert und noch in diesem Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Selfhtml

Prof. Dr. Daniel Baier bei der Präsentation der Machbarkeitsstudie "Unternehmernachfolge in Oberfranken"

 

© 2012—2013 Forschungsstelle für Familienunternehmen der Universität Bayreuth.
Design by FJT 2011. Joomla 1.7 templates.