2. Newsletter des Jahres 2017 der FoFamU

Drucken

Inhaltsübersicht


Rückblick
  • Verleihung C.P.A. Mehnert - Förderpreis der Forschungsstelle für Familienunternehmen am 25. März 2017
  • Unternehmerdialog bei der Porzellanfabrik Walküre vom 2. Mai 2017

  • FoFamU auf dem Bayreuther Ökonomiekongress 2017 (18. / 19. Mai 2017)

  • Sommerfest der Forschungsstelle in der Eremitage (04. Juli 2017)
Blick in die Zukunft
  • Einführung einer Stiftungsprofessur für das Recht der Familienunternehmen
Aktuelle Publikationen
  • Prof. Dr. Alexander Brink: „Werte stark machen – Beispiel Digitalisierung“
  • Publikationen von Prof. Dr. Jessica Schmidt, LL.M., Inhaberin des Lehrstuhles für Bürgerliches Recht, deutsches, europäisches und internationales Unternehmens- und Kapitalmarktrecht an der Universität Bayreuth

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie erhalten heute den zweiten Newsletter des Jahres 2017 der Forschungsstelle für Familienunternehmen der Universität Bayreuth (FoFamU).

Die Forschungsstelle für Familienunternehmen kann auf ein ereignisreiches erstes Halbjahr zurückblicken. Am 25. März 2017 wurde im feierlichen Rahmen des Examensballs der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät zum zweiten Mal der C.P.A. Mehnert-Förderpreis verliehen. Am 2. Mai 2017 wurde unsere mittlerweile schon etablierte Veranstaltungsreihe „Unternehmer-Dialog“, die wir gemeinsam mit dem Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrums für Fragen der mittelständischen Wirtschaft (BF/M) durchführen, fortgesetzt. Dieses Mal war die FoFamU bei der Porzellanmanufaktur Walküre in Bayreuth zu Gast. Ferner beteiligte sich die FoFamU am 9. Bayreuther Ökonomiekongress am 18. und 19. Mai 2017 indem sie auf der Ausstellermesse vertreten war.

 

Rückblick

 

Verleihung C.P.A. Mehnert - Förderpreis der Forschungsstelle für Familienunternehmen am 25. März 2017

Die Forschungsstelle für Familienunternehmen verleiht einmal im Jahr den C.P.A.-Förderpreis für herausragende rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Dissertationen und Masterarbeiten.  Der von C.P.A. Dr.  Mehnert, Seuling & Collegen GmbH & Co. KG Steuerberatungsgesellschaft gestiftete Preis ist mit 1.500 € dotiert.

Am 25. März diesen Jahres war es wieder soweit. Der diesjährige Preisträger ist Herr Dr. Franz-Michael Schwarz, welcher für seine Dissertation: „Wiedereinführung der Vermögenssteuer – Verfassungsrechtliche Bindungen für den Gesetzgeber, Relevanz und Gestaltungsspielräume für Familienunternehmen“, ausgezeichnet wurde. Den würdigen Rahmen für die Preisverleihung gab der Examensball der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth. Das in der Arbeit beschriebene Dauerthema berührt den Nerv jedes Familienunternehmers. Herrn Dr. Schwarz ist es hervorragend gelungen, das rechtlich schwierige Thema präzise auszuleuchten und das Spannungsfeld aufzuzeigen, in dem sich der Gesetzgeber dabei bewegt. Den Mitgliedern der FoFamU und des Fördervereins stehen die Arbeit oder Auszüge daraus gerne zur Verfügung.

 

Unternehmerdialog bei der Porzellanfabrik Walküre vom 2. Mai 2017

Der erste Unternehmerdialog des Jahres 2017 fand am 2. Mai in der Porzellanfabrik Walküre in Bayreuth statt. Dabei trafen sich ca. 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im hauseigenen Museum der Porzellanfabrik Walküre.

Die Porzellanmanufaktur ist ein seit dem Jahre 1899 bestehendes Familienunternehmen, welches durch Herrn Dr. Wolfgang und Siegmund Meyer in der vierten Generation geführt wird.

Das weltweit agierende Unternehmen stellt besonders hochwertige und hohen Ansprüchen ausgesetzte Porzellanartikel her, welche beispielsweise auf dem chinesischen Markt oder in der Gastronomie- und Hotellerie-Branche sehr gefragt sind.

Nach einer kurzen Vorstellung des Unternehmens und seiner Philosophie durch Dr. Wolfgang Meyer präsentierte Frau Ramona Heinz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am BF/M, im Anschluss ihr Forschungsprojekt zum Thema „Diversitiy Management - Integration ausländischer Fachkräfte“. Die europaweit durchgeführte Studie EUDiM zur Erfassung und Analyse des Umgangs mit kultureller Vielfalt in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und der Maßnahmen, die zur Integration qualifizierter Einwanderer eingesetzt werden, befasst sich insbesondere mit den zentralen Herausforderungen der Integration von ausländischen Fachkräften in die Unternehmensstruktur, aber auch in den alltäglichen Lebensbereich.

Unter dem Begriff „Management der kulturellen Vielfalt“ wurden unter anderem zentrale Erkenntnisse über den Erfolg einer Integration auf Unternehmerebene als auch auf Mitarbeiterebene näher erläutert. Besonders die demographische Entwicklung erfordere eine veränderte Personalpolitik im Hinblick auf die derzeitige Problematik, geeignete Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zu finden.

Als zentrale Herausforderungen ergaben sich neben den notwendigen allgemeinen und fachspezifischen Kenntnissen in deutscher Sprache, sowohl der standardisierte Rekrutierungsprozess, als auch die oft fehlende soziale Integration. Nachholbedarf bestehe insbesondere auch in der Förderung der Kompetenz der Belegschaft im Umgang mit kultureller Vielfalt.

Schon während des Vortrages von Frau Heinz ergab sich eine lebhafte Diskussion zwischen den Anwesenden über Möglichkeiten der beruflichen und der sozialen Integration ausländischer Fachkräfte und deren Erfolgschancen. Auch die Möglichkeit, die eigenen bereits verpflichteten Mitarbeiter, durch Förderungsprogramme und länderübergreifendem Austausch in der Auszubildendenzeit an die Thematik heran zu führen, wurde näher beleuchtet und positiv beurteilt.

Der Unternehmerdialog zu Gast bei der Porzellanfabrik Walküre war sehr spannenden und instruktiv. Auf diesem Wege möchte sich die Forschungsstelle für Familienunternehmen nochmals ausdrücklich bei den Gastgebern und der Referentin bedanken.

FoFamU auf dem Bayreuther Ökonomiekongress 2017 (18. / 19. Mai 2017)

Am 18. und 19. Mai 2017 fand auf dem Campus der Universität Bayreuth der 9. Bayreuther Ökonomiekongress statt. Der Kongress ist die größte, von Studierenden organisierte Wirtschaftskonferenz in Europa. Unter dem Leitgedanken „Von den Besten lernen“ diskutierten die Teilnehmer an den zwei Kongresstagen mit etwa 30 renommierten Referenten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft im Rahmen von Keynotes, Podiumsdiskussionen, Workshops, Fachvorträgen und Experteninterviews aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen.

Auch in diesem Jahr war die Forschungsstelle für Familienunternehmen wieder mit einem Informationsstand unter den Ausstellern vertreten. Wir haben uns über zahlreiche Kontakte mit den Kongressbesuchern gefreut, welche interessante Diskussionen, Wünsche und Anregungen ergeben haben. Im kommenden Jahr wird die FoFamU in eine neue Phase der Kooperation mit den Veranstaltern der Tagung eintreten. Im Hinblick darauf, dass bei dem 10. Bayreuther Ökonomiekongress ein Schwerpunkt der Themen im Bereich der Familienunternehmen liegen wird, wird sich die FoFamU intensiver und deutlicher als bisher in die Planung und Durchführung einbringen.

Sommerfest der Forschungsstelle in der Eremitage (04. Juli 2017)

Am Dienstag, den 4. Juli 2017, lud die Forschungsstelle zu ihrem alljährlichen Sommerfest in der Orangerie der Eremitage ein. Das Team der Forschungsstelle für Familienunternehmen bedankt sich für einen gelungenen Start in das Jahr 2017 und Ihr Interesse an der Zusammenarbeit.

Blick in die Zukunft

Einführung einer Stiftungsprofessur für das Recht der Familienunternehmen

An der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth soll eine befristete Stiftungsprofessur (W2) für das Recht der Familienunternehmen geschaffen werden. Bei dieser Stiftungsprofessur handelt es sich um die erste Professur für das Recht der Familienunternehmen an einer staatlichen Universität im Freistaat Bayern. Die Professur soll einen nachhaltigen Beitrag zur Erforschung wesentlicher Rechtsfragen von Familienunternehmen leisten und im Zusammenwirken mit der Forschungsstelle für Familienunternehmen (FoFamU) ein national und international sichtbares Foru.m für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu diesem Thema an der Universität Bayreuth etablieren.

Die Professur soll auf sechs Jahre befristet sein, da für diesen Zeitraum die Zuwendung zugesagt worden ist. Sie soll als „Professur für das Recht der Familienunternehmen“ ausgeschrieben und bezeichnet werden, um ein entsprechendes Signal in den Bewerbermarkt zu senden. Der Inhaber/die Inhaberin der Professur soll wesentliche rechtliche Themenstellungen von Familienunternehmen erforschen. Dies gilt insbesondere für solche mit wirtschaftlichem bzw. steuerrechtlichem Bezug. Der Praxisrelevanz ist dabei in angemessener Weise Rechnung zu tragen. Die Professur soll zugleich das Interesse unserer Studierenden an einer späteren Tätigkeit in oder für Familienunternehmen wecken. Schließlich dient die Professur im Kontext mit der FoFamU als Forum für den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis.

Aktuelle Publikationen

Dr. Frank-Michael Schwarz: „Verfassungsrechtliche Bindungen für den Gesetzgeber, Relevanz und Gestaltungsspielräume für Familienunternehmen“

Die Wiedereinführung der Vermögensteuer ist regelmäßig Gegenstand kontroverser Diskussionen, die jedoch nicht selten die konkrete Belastungssituation von Unternehmen und die verfassungsrechtlichen Bindungen des Gesetzgebers außer Acht lassen.

Der Autor stellt die Wirkungen einer Vermögensteuer für Familienunternehmen dar. Er zeigt, dass letztere als besonderer Unternehmenstyp aufgrund ihrer prägenden Wesensmerkmale im Besonderen von einer Vermögensteuer betroffen wären. Ausgehend hiervon werden verfassungsrechtliche Bindungen des Gesetzgebers diskutiert. Dabei kommt der Autor zu dem Ergebnis, dass nur eine liquiditätsschonende Besteuerung mit den Grundrechten in Einklang gebracht werden kann und ferner das Leistungsfähigkeitsprinzip eine Zurückhaltung bei der Substanzbesteuerung erfordert. Im Rahmen von Gestaltungsüberlegungen zeigt der Autor, dass einzig die Verlagerung von betrieblichen Grundlagen in das Ausland ein sinnvoller Ansatz sein könnte.

Prof. Dr. Alexander Brink: „Werte stark machen – Beispiel Digitalisierung“

„Werte motivieren unser Handeln: gutes wie schlechtes. Sie definieren das eigene Anspruchsniveau, also letztlich die Erwartungen, die man an sich selbst stellt. Zugleich bilden sie die Prüf-instanz für das Handeln anderer. Sie sind der innere Kompass. Oftmals haben wir keinen unmittelbaren Zugang zu unseren Werten. Deshalb können wir Werte auch nicht von heute auf morgen ändern. Werte sind über die Zeit relativ stabil.“

Prof. Dr. Dr. Alexander Brink, Professor für Wirtschafts- und Unternehmensethik an der Universität Bayreuth, erörtert die Frage, welche Rolle Werte im Zeitalter der Digitalisierung einnehmen und weswegen eine neue „digitale Verantwortung“ von Nöten ist.

Der Artikel ist in der diesjährigen Märzausgabe des Magazin „Rubicon“ erschienen. Den Volltext stellen wir Ihnen gerne auf Anfrage zur Verfügung.

Das Team der FoFamU bedankt sich für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung.

© 2012—2013 Forschungsstelle für Familienunternehmen der Universität Bayreuth.
Design by FJT 2011. Joomla 1.7 templates.